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04. August 2009
Es gilt der Kunst – ganz ohne Richard!
Bayreuth. Mitten in der Festspielzeit steigt das dritte
Bayreuther Skalpell am Mittwoch 19. August 2009 um 19.30 Uhr in der Rosenau.
Wie immer dürfen sich die Gäste auf einen Abend mit vielen beeindruckenden
Künstlern und zauberhaften Überraschungen freuen.
Gleich vier Kölner Künstler sind an diesem Abend zu Gast: Der Kabarettist
PeeWee ist der Meinung, dass Kabarett nicht nur unbequem sein darf, sondern
hin und wieder richtig weh tun muss. Mit Fragen wie zum Beispiel: „Eignen
Sie sich zum Selbstmordattentäter? Können Sie sich eine Autobombe überhaupt
leisten? Und wenn, finden Sie dann auch einen Parkplatz?“ und vor allem mit
seinen Antworten wird ihm das sicher gelingen.
Sein Haupt umgibt eine wilde Beethoven-Mähne, ihn selbst die animalische
Aura des Tingeltangel. Seine Haare triefen vor Gel, seine Sätze vor Spott
und Ironie: Das ist Tillmann Courth. Der ehemalige Kabarettkritiker lässt in
seinem aktuellen Soloprogramm nichts aus: Schlankheitswahn und
Gehirnjogging, Superstars und Sektenspinner, Aufklärung und Affengeschrei,
Migrationshintergründe und Rollenklischees, Hassprediger und
Geländewagenhalter, Kulturkampf und Bildungselend, Feuchtgebiete und
Trockenrasuren und noch vieles mehr.
Die Wandlung vom „Höhlenmann zum Bräutigam“ hat Lars Hohlfeld hinter sich,
und er weiß einiges darüber zu berichten: Glücklich ist der Junggeselle in
seiner Single-Höhle mit Pizzakartons, schmutzigen Fensterscheiben und
Dämmerlicht. Doch dann verliebt er sich unsterblich und ihn erwischt die
Ehe. Und die kann schließlich jeden treffen. Jetzt lebt er als Pärchen in
drei Zimmern mit Laminat, Topfpflanzen, Strukturtapete und jeder Menge Deko-Sand.
Er merkt, die Frau ist eine Naturgewalt, auch wenn ihr Name so harmlos
klingt.
Der Vierte im Bunde der Kölner ist Holger Edmaier, der in seinem Programm
„Spielwiese – ein Eldorado für Bekloppte“ fragt, wie es wäre, wenn Sie ihr
inneres Kind fänden und es könnte Sie nicht leiden? Und schlimmer noch:
jetzt wo es wach ist, will es Fernsehen und auf gar keinen Fall mehr ins
Bett?! Auf dieser Basis bilanziert er in seinen Liedern eine norddeutsche
Kindheit zwischen Wettrüsten und Wetten dass...?!’, Dorfdisko und
Reihenhaus, „No future“ und „Don’t panic!“
Andreas Scheulen ist Wahlnürnberger mit norddeutscher Schnauze. Er hat diese
bitterböse Ironie in seinen Texten. „Deutschland, peinlich Vaterland“ oder
„Mein Hasi war beim Stasi“ sind nur zwei Beispiele seines Humors. Er
schimpft und teilt einen Seitenhieb nach dem anderen aus, aber er achtet
immer auf Esprit und Stil. Dazu kommen seine markante Stimme und seine
Akustikgitarre. Er bietet bittere Wahrheiten genauso wie süße Träume.
Den Part des Lokalmatadoren übernehmen schließlich Delight. Das Bayreuther
Musik Urgestein LeRos Herz an der Gitarre und seine Partner an der Querflöte
bieten fränkischen Blues vom Feinsten: Selbst komponiert, selbst gedichtet,
selbst erlebt.
Sommerhighlight: GRATIS-CD!
Über das Programm hinaus erhalten alle Besucher eine Gratis CD mit Liedern
von Bayreuther Künstlern über viele kleine Bayreuther Begebenheiten. Das
dritte Skalpell lohnt sich also doppelt. Wieder einmal sind gut zwei Stunden
beste Unterhaltung mit Kleinkunst in verschiedensten Stilrichtungen
garantiert. Die treuen Fans wird´s freuen, die neuen Gäste werden begeistert
sein.
Karten gibt es ab sofort an den bekannten Vorverkaufsstellen: Theaterkasse
am Luitpoldplatz; Geschäftsstelle des Bayreuther Sonntag in der
Richard-Wagner-Straße; Tabak Götz sowie unter
www.bayreuth-ticket.de.
Wagnerfreie Zone beim dritten "Bayreuther Skalpell"
am 19. August um 20.30 Uhr!